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Einige Anmerkungen zur Ausstellung vom 26. bis 28. Oktober 2018 in Haus Greiffenhorst. Die Ausstellung hieß: Zwei Kulturen – eine Ausstellung und das Motto: Licht und Dunkel – Leben und Tod. So wie Licht und Dunkel sich gegenseitig bedingen (ohne Licht kein Dunkel und ohne Dunkel kein Licht) bedingen sich auch  Leben und Tod (ohne Tod kein Leben und ohne Leben keinen Tod.) Die traditionelle Islamische Kunst kennt keine figürlichen Abbildungen, dafür aber Ornamente, Arabesken, Muster, Spiegelungen, Rapporte und Kalligrafie. Geht man in eine Moschee, wird man es sofort erkennen. In den Werken von Gülin Özütemiz sind diese Elemente auch deutlich zu spüren. Wenn man sich einmal die Bilder von Gülin genau ansiehst, entdeckt man bei etlichen filigrane Strukturen, vor allem bei den Enkaustikbildern, die sie mit einem Bügeleisen und Wachsfarben gemalt hat. Es gehört schon eine sehr souveräne Technik dazu, so feine Strukturen mit einem so groben Werkzeug zu malen. Licht und Dunkel und ausgeprägte Farbkontraste zeichnen die Bilder aus, die Gülin in der Pouring-Technik herstellte. Manche wirken wie kostbare Edelsteine auf schwarzem Samt. Nicht umsonst ziehen viele Betrachter Parallelen zu Werken von Gustav Klimt, die mit ihrer ornamentalen Abstraktion den Wiener Jugendstil prägten. Ich habe mich in meiner Malerei besonders auf Portraits und Stillleben konzentriert, die ich in altmeisterlicher Manier mit Schichten- und Lasurtechnik in Öl anfertige. Für ein einzelnes Bild benötige ich zwischen 30 und 70 Stunden. Neben Portraits mit Licht und Schatten zeige ich Bilder zum Thema Leben und Tod. Die banale Tatsache, dass unser Leben begrenzt ist, reizte mich zu Bildern, die diese Wirklichkeit thematisieren. Dabei bleibt es nicht aus, dass manche Bilder makaber sind oder provozieren, andere eher humorvoll gesehen werden müssen, z.B. die Installation eines Galgens, bei der sich Besucherinnen und Besucher mit einer Schere ihre (statistische) Restlaufzeit (Restlebenszeit) abschneiden können. Dazu gehört Mut. Neben diese Installation hänge ich mein Gemälde „Restlaufzeit“, das zeigt, wie ich gerade meinen eigenen Streifen abgeschnitten habe. Ich sitze da auf Wolken umgeben von Figuren mit Knochenschädeln und zwei knöchernen Engelchen, eine Anspielung auf die Sixtinische Madonna von Raffael. Das hier gezeigte Bild ist noch nicht ausgearbeitet. Als Orientierung  zeige ich einige Abbildungen der Gemälde von Gülin und mir.